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Was ist der Unterschied zwischen Bier und Pils?

Und mal wieder ist eine Frage im Kreis von Freunden aufgetaucht, die keiner wirklich sicher beantworten konnte: „Was ist der Unterschied zwischen Bier und Pils?“ Peinlich… Trinker trinken und fragen Trinker, die einfach mal keine Ahnung haben 😉 Naja, da ich das jetzt recherchiere, kann ich das auch gleich hier mal zusammenfassen. Also was ist denn nun der Unterschied zwischen Bier und Pils?

Ich persönlich mag beides. Um ehrlich zu sein, hab ich ein Lieblingspils und ein Lieblingsbier: Münz-Pils (Günzburg) und Sternburg (Berlin). Und ja: Ich mag Sterni! Ich trinke es tatsächlich sehr gern und ziehe es jedem anderen Bier im Späti vor. Das bedeutet aber nicht, dass ich nicht auch mal ein anderes Bier trinke 😉 Wie auch immer, geht ja nu nicht um mich, sondern um Fakten!

  1. Mit Bier meine ich im Folgenden Helles, Lager und Export (für mich gleichbedeutende Begriffe).
  2. Geschmack: Während Bier eher vollmundiger, milder und damit auch süffiger ist, ist Pils eher herb und ein wenig bitter – und ja: Geschmäcker sind verschieden 😉 Das Bittere im Pils kommt von dem Hopfen, dessen Anteil hier höher ist als im Bier.
  3. Brauart: Beide „Sorten“ werden untergärig gebraut. Sorten in Anführungszeichen, da genau genommen auch Pils ein Bier ist. Untergärig bedeutet eine spezielle Bierhefe, die bei niedrigeren Temperaturen ihr Werk vollbringt als bei obergärigen Brauart (Beispiel hier: Weizen).
  4. Namensgebung: Das erste Pils, wurde in der tschechischen Stadt Pilsen ausgeschenkt, daher der Name Pils. Irgendwie logisch 😉 Aus der Werbung kennt man den Spruch „Bier gerbaut nach Pilsener Brauart“. Eben aus Pilsen kommende Brauart, die gegenüber Hellem mehr Hopfen enthält. Gibt’s eigentlich das Wort verhopft? 😉
  5. Wasser: Hopfen, Malz und Wasser sind Grundzutaten beim Brauen. Immer. Einen Unterschied, den ich bei meiner Recherche entdeckt habe ist, dass das verwendete Wasser beim Pils „weicher“ und chloridreicher ist als beim Bier/Lager/Export/Helles. In Pilsen war das anno dazumal so gegeben. Heute kann eigentlich durch Zugabe bestimmter Stoffe jedes Wasser weicher, härter oder saurer gemacht werden. Also an sich kann in jeder Brauerei alles gebraut werden, wenn man nur entsprechend an den Stellschrauben dreht.
  6. Stammwürze: Die aus dem Malz und Hopfen gelösten Stoffe, die vor der Zugabe von Hefe im Gemisch aus Hopfen, Malz und Wasser enthalten sind, nennt man Stammwürze. Zu diesen Stoffen gehören Malzzucker, Aromastoffe und Vitamine. Stammwürze beim Bier beträgt zwischen 10 und 15 Prozent, beim Pils sind es hingegen mindestens 12 Prozent. Die Stammwürze hat auch Einfluss auf den Alkoholgehalt des Bieres: Circa 1/3 des Prozentsatzes der Stammwürze entspricht nach dem Brauen dem Alkoholgehalt des Getränks.
  7. Verbreitung: Diverse Quellen unterscheiden sich hier in den Angaben und weichen geringfügig voneinander ab. Fest steht allerdings, dass das Pils in Deutschland verbreiteter ist als Bier. Der Marktanteil ist höher als 50%.

Kurz und knapp zusammengefasst: Pils hat einen höheren Hopfenanteil als Bier, was es geschmacklich herber macht als Bier (Lager, Helles, Export).

Beispiele Pils – Helles

Pils: Radeberger Pilsener (das sind auch die mit dem Spruch oben), Münz Pils (werden nur gaanz wenige kennen, kann ich aber nur empfehlen!), Becks, Pilsener Urquell, Bitburger, Flensburger, Astra Urtyp, Krombacher, Warsteiner, …

Helles/Lager/Export: Sternburg („Sterni“), Augustiner (wobei ich das Helle besser finde als das Edelstoff), …

Mir fallen auch tatsächlich mehr Pilssorten als Biersorten ein… Scheint was an der Zahl des Marktanteils dran zu sein 😉 Vielleicht doch deutlich mehr als 50% 😉

So, ich für meinen Teil bin mit dieser Antwort erstmal zufrieden. Hab ich etwas vergessen? Ich lass mich da auch gerne eines besseren belehren =)

Bierbücher

Natürlich gibt es auch diverse Bücher über Bier. Beim kurzen Stöbern habe ich die Folgenden, meiner Meinung nach spannenden Titel entdeckt (Amazon Links):



 

Mein Favorit ist dabei das Buch „Kochen mit Bier“ =) Naja, „Die Bier-Diät“… brauchen wir wohl weiter nicht diskutieren… „Gutes Bier selbst brauen“ könnte für den ein oder anderen ein ganz spannendes Thema sein und bei dem Buch „Biere der Welt“ finde ich den Namen des Herausgebers sehr interessant 🙂

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